2012 fängt ja “gut” an

2012 hat sich bisher nicht von seiner schönen Seite gezeigt. Es sind in meinem Umfeld so viele unschöne Sachen passiert. Heute möchte ich darüber schreiben, vielleicht auch um die Sachen etwas verarbeiten zu können.

Es klappt nicht immer so, wie erhofft…

Die Tochter eines Kollegen ist 9 Jahre alt, sehr krank und muss 2012 operiert werden. Was genauso sie hat, weiß ich leider nicht genau. Sie muss wohl ein Korsett tragen und eine Muskelschwäche haben. Bei der OP soll u. a. die Wirbelsäule versteift werden. Sie sitzt wohl auch im Rollstuhl.

Um ihr die Zeit nach der OP etwas zu “versüßen” und ihr einen Helfer zur Seite zu stellen, hat sich ihre Familie entschieden, ihr einen Hund zu kaufen. Dieser soll zum Begleithund ausgebildet werden. Leider kostet diese Ausbildung viel Geld und findet in Österreich statt.

Kurz vor Weihnachten liest man immer wieder von Spendenaktionen. Auch die Familie meines Kollegen war in der Zeitung. Als die direkten Kolleginnen davon erfahren haben, haben sie sich spontan dazu entschieden ebenfalls zu spenden und haben sogar in unserem Amt gesammelt. Unser Kollege wusste davon jedoch nichts. Insgesamt etwas über 1.600 € kam bei uns in der Arbeit zusammen. Bis wir die Gelegenheit hatten, das Geld zu übergeben, wurden über die Zeitung bereits rund 6.000 € gesammelt. Insgesamt wurden 16.000 € benötigt. Spontan hatte sich noch eine einzelne Firma bereiterklärt die fehlenden 10.000 € zu übernehmen. Wir haben uns alle sehr gefreut. Im Nachhinein habe ich sogar erfahren, dass mit allen Spenden sogar über 20.000 € zusammen gekommen sind. Das restliche Geld wird aber wohl auch an andere Bedürftige verteilt.

Mitte Januar haben wir dann erfahren, dass die kleine Tochter meines Kollegen am Wochenende an Herzversagen gestorben ist.  :(

2 Jahre gekämpft

Im August/September erzählte mir eine meiner Azubinen, dass bei ihrer Mama, die übrigens auch eine sehr nette und fleißige Kollegin ist, Darmkrebs diagnostiziert wurde. Ihre Mutter hat seitdem mehrere Chemotherapien gemacht und zwischenzeitlich scheinen diese auch angeschlagen zu haben. Auch wenn die Ärzte meinte, sie würde ihren 50. Geburtstag nicht mehr erleben, durfte sie diesen noch feiern. Anfang Dezember kam jedoch die Nachricht, dass sie austherapiert wäre. Sie hatte anfangs noch gekämpft, aber irgendwann müssen die Schmerzen so stark gewesen sein, dass sie selbst nicht mehr wollte. Vergangene Woche ist die Mama meiner Azubine verstorben. Morgen ist die Beerdigung. Ich bin am Überlegen, ob ich hingehen soll.  :(

14 Wochen Glück

Zwei gute Freunde von uns versuchen seit 2 Jahren Nachwuchs zu bekommen. Es hat ewig nicht geklappt. Sie hatte mittlerweile auch eine “Kinderwunschklinik” rausgesucht an die sie sich wenden wollte, als es ihr plötzlich nicht so gut ging. Sie hatte mit Übelkeit zu kämpfen und ihre Regel meldete sich auch nicht. Ein Besuch beim Frauenarzt hat dann Klarheit gebracht: Endlich schwanger! Anfang Januar hat sie es uns erzählt. Auch wenn ich etwas brauchte es richtig zu realisieren, haben wir uns sehr für beide gefreut. Ich habe mir auch schon Gedanken gemacht, was ich dem Würmchen schenken könnte. Etwas selbstgemachtes sollte es sein.

Vor einer Woche war sie wieder beim Frauenarzt zur Vorsorgeuntersuchung. Es wurde unter anderem auch eine Nackenfaltenmessung durchgeführt. Hierbei wurden aber erhöhte Werte festgestellt. Ein erhöhter Wert zeigt sich z. B. bei einer Behinderung. Klarheit sollte aber eine Untersuchung bringen, die in dieser Woche durchgeführt wurde.

Ich war diesen Mittwoch noch mit ihr in der Pause einen Kaffee trinken. Natürlich haben wir uns auch über die schlechten Ergebnisse bei der Nackenfaltenmessung unterhalten und ob sie das Fruchtwasser untersuchen lassen sollte. Sie würde es am liebsten lassen, weil es ihr egal wäre, wenn das Kind behindert ist. Es ist ihr Kind und sie liebt es trotzdem. Hut ab! Ich wüsste nicht, ob ich das auch so könnte. Wobei, dank Google, kann man sich zu beinahe jedem Thema Infos holen und auch Fotos ansehen. Abgetriebene Kinder sehen nicht schön aus und machen einfach traurig.

Am Donnerstag hatte sie wieder einen Frauenarzttermin. Leider nahm das Würmchen den beiden die Entscheidung ab, denn die Ärztin konnte keine Herztöne mehr feststellen. Ein weiterer Test hatte auch ergeben, dass ein Chromosomenfehler vorlag.

Sie teilte mir dies Tags drauf per E-Mail mit. Seitdem hatte ich bis gestern Abend nichts mehr von ihr gehört. Die letzte Nachricht schrieb sie direkt aus dem Krankenhaus kurz nach der Ausschabung. Sie musste ihr Würmchen in der 14. Schwangerschaftswoche still gebären. Es muss laut diversen Internetseiten wohl ca. 9 cm groß gewesen sein.

Gerade das Unglück der beiden macht mich sehr traurig. TT_TT  Nicht, dass das mit der Tochter des Kollegen und die verstorbene Kollegin nicht auch schlimm ist, ich stehe den beiden Freunden einfach näher.

Heute soll meine gute Freundin entlassen werden. Ich hoffe ich kann dann endlich mit ihr sprechen, falls sie überhaupt jemanden an sich ran lässt. Aufdrängen möchte ich mich aber nicht.

 

Kommentare

Steffi

5. Februar 2012, 12:56 Uhr

Wie schrecklich… TT_TT

Anna

5. Februar 2012, 13:30 Uhr

oh… das sind echt alles schreckliche nachrichten! ich hoffe. für dich und deine freunde, viel kraft die trauer zu überwinden und glück, dass das jahr besser wird!

alais

5. Februar 2012, 18:49 Uhr

Das ist wirklich ein sehr unschöner Start in das Jahr :(
Ich wünsche allen beteiligten viel Kraft !

Und wegen deiner Freundin, gib ihr ein wenig Zeit, den verlust ihres Kindes zu betrauern.
Ich fand diesen hier damals sehr schön:

Ab wann ist man ein Elternpaar?
Sobald ein Kind geboren – klar!”
So sprechen all die schlauen Leute
seit Alters her und auch noch Heute.
Sie sagen, “Macht nicht so’nen Wind.
Das war doch noch kein richt’ges Kind.
Könnt neue haben jederzeit,
Wozu nur diese Traurigkeit?”
Sowas zu sagen trifft uns sehr,
Vergrößert nur das Tränenmeer…

Ich sag’ Euch, warum wir traurig sind:
Verloren haben wir ein Kind.
Ein kleines Menschlein – wunderschön,
weil wir es mit dem Herzen sehen.
Wie groß, wie schwer – das ist egal,
für uns ist dieses Kind real!!!
Wir möchten einfach, daß Ihr wisst
wie wichtig uns dies Menschlein ist!
Drum nehmt uns bitte, wie wir sind –
Eltern, die trauern um ein Kind.

Kein anderes Kind, das uns geboren,
wird je ersetzen, was wir verloren.
Wenn Ihr uns wollt behilflich sein,
schließt unser Sternenkind mit ein
in Eure Reden und Gedanken –
wofür wir herzlichst uns bedanken!
Nennt seinen Namen, sein Geschlecht,
wenn Ihr von unserem Baby sprecht…
Tut nicht, als wäre nichts geschehen.
Versucht, uns einfach zu verstehen

Suzu

6. Februar 2012, 21:03 Uhr

danke für eure lieben Kommentare. Bedeutet mir wirklich viel. :)

Ich poste demnächst nochmal was dazu.

Alais das Gedicht ist toll. Ich würde es gerne meiner Freundin zeigen, allerdings ohne mich aufzudrängen. Momentan ist sie wohl noch sehr viel nur für sich. Kann ich aber total verstehen. :(

Sternenkind » an angels' white wings

12. Februar 2012, 17:12 Uhr

[...] Danke übrigens für eure lieben Worte bei dem letzten Post zu diesem Thema. [...]

Maru

12. Februar 2012, 18:20 Uhr

Wenn ich das so lese, bekomme ich einen dicken Kloß im Hals, obwohl ich keinen der Menschen, von denen du hier schreibst persönlich kenne. Fühl auch du dich mal ganz feste gedrückt, denn häufig ist auch die Hilflosigkeit all diese Schicksalsschläge im Bekanntenkreis hinzunehmen eine sehr große Belastung. Sei stark für deine Lieben!!!

Suzu

12. Februar 2012, 20:04 Uhr

Ach Maru… danke dir. Leider haben die schlechten Nachrichten in 2012 nicht abgerissen. Die Kollegin, die ihre Mutter verloren hat, hatte einen Tag nach der Beerdigung einen Autounfall. Ihr geht es – bis auf Rückenschmerzen – aber gut. Nur das Auto ist Schrott.
ansonsten ist noch der Vater meines Chefs gestorben. Den Verstorbenen kenne ich zwar nicht, aber mein Chef ist ein sehr netter Mensch und ich weiß, wie sowas ist. Bin ja auch “Halbwaise” wenn man das so nennen darf.

chrissi

13. Februar 2012, 10:01 Uhr

So viel Unglück in so kurzer Zeit. Das macht traurig und erinnert daran, dass man sich doch immer mal wieder daran erinnern sollte, dass es einem vielleicht ganz gut geht und man doch des öfteren den Moment genießen sollte.

Allen Betroffenen und Angehörigen dieser tragischen Ereignisse wünsche ich viel Kraft und Durchhaltevermögen.

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